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Bank oder Mitspieler: Wohin Ihr Einsatz geht
Eine Runde Punto Banco und eine Hand Poker nebeneinander: wer Ihren Einsatz hält, wer gewinnt und was das Haus behält.
Zwei Tische, je vier Gäste zu 10 €: am einen gegen das Haus, am anderen in einen Pot.
Links ein Tisch Punto Banco mit acht Paketen: Gast A und Gast B setzen je 10 € auf Banco, Gast C auf Punto, Gast D auf Égalité. Jede dieser Wetten hält die Bank selbst. Rechts ein Pokertisch, an dem dieselben vier je 10 € in den Pot legen und bis zum Showdown spielen. Hier setzt das Haus nichts, es behält 5 % jedes Pots. Wer was setzt, ist für das Beispiel festgelegt.
Punto zieht eine dritte Karte und bleibt bei 0, Banco steht mit 4: Banco gewinnt.
Die Karten kommen aus einem gemischten Schlitten mit acht Paketen, gezeigt wird die erste Runde. Punto erhält 7♥ und 3♠, zusammen 10; gezählt wird nur die Einerstelle, also 0. Mit 0 bis 5 Punkten zieht Punto eine dritte Karte, hier einen König, der ebenfalls 0 zählt. Banco hält Ass und Drei, also 4, und bleibt nach der Ziehtabelle stehen, weil Puntos dritte Karte 0 zählt.
Banco gewinnt: Die Bank zahlt zwei Gästen 19 €, nimmt zwei Gästen 20 € ab, behält 1 €.
Gast A und Gast B erhalten auf Banco je 9,50 €: 10 € Gewinn abzüglich 5 % Kommission für das Haus. Gast C verliert 10 € auf Punto, Gast D 10 € auf Égalité. Die Bank zahlt 19 € aus und nimmt 20 € ein, ihr Ergebnis in dieser Runde: plus 1 €. Am Banktisch geht das Geld der Verlierer also nicht an die Gewinner, sondern an die Bank, die ihrerseits jeden Gewinn bezahlt.
Am Pokertisch liegen 40 € im Pot. Das Haus nimmt 2 €, Gast D erhält 38 €.
Dieselben vier Gäste spielen eine Hand Texas Hold’em, jeder bringt 10 € in den Pot. Die Karten kommen aus einem eigens gemischten Paket. Im Showdown hält Gast D einen Flush und gewinnt. Vom Pot über 40 € behält das Haus 5 % als Rake, also 2 €, Gast D bekommt 38 €. Die übrigen drei verlieren ihre 10 € an Gast D, nicht an das Haus. Der Tisch als Ganzes hat 2 € weniger.
100 Runden je Tisch: Am Banktisch verlieren die Gäste 264 €, am Pokertisch genau 200 €.
Beide Tische spielen 100 Runden mit denselben Einsätzen. Am Banktisch verlieren die vier zusammen 264 €, erwartet waren 177,11 €; die Abweichung ist Zufall und wäre in einer anderen Folge eine andere. Am Pokertisch fehlen genau 200 €, 100-mal 2 € Rake. Dort verteilen sich die Verluste ungleich: Ein Gast liegt mit 206,50 € im Plus, weil die anderen drei an ihn verloren haben.
Die Bank verlor 9 von 100 Runden, der Rake fiel in allen 100 Händen an.
Kein Hausvorteil heißt nicht, dass das Haus leer ausgeht. Die Bank trägt ein Risiko: Sie verlor 9 von 100 Runden, jedes Mal, wenn Égalité fiel und Gast D das Achtfache seines Einsatzes gewann. Über alle Runden blieben ihr trotzdem 264 €. Beim Rake gibt es dieses Risiko nicht. Er kommt in jeder Hand, gleich wer gewinnt, nach 100 Händen sind es 200 €.
Alle Kartenfolgen aus acht Paketen durchgerechnet: Banco 1,06 %, Punto 1,24 %, Égalité 14,36 % Hausvorteil.
Was die Bank im Mittel behält, folgt allein aus Ziehtabelle und Auszahlungen. Gerechnet über alle möglichen Kartenfolgen aus acht Paketen gewinnt Banco 45,86 % der Runden, Punto 44,62 %, Égalité kommt in 9,52 %. Mit 5 % Kommission auf Banco und 8 zu 1 auf Égalité ergibt das einen Hausvorteil von 1,06 %, 1,24 % und 14,36 %, wie im Ratgeber. Für die vier Einsätze des Beispiels sind das 1,77 € je Runde.
Quellen
- Wikipedia (englisch): Baccarat – Punto banco, Schlitten mit 6 oder 8 Paketen, Ziehtabelle (tableau), Auszahlungen, Hausvorteil Banco 1,06 %, Punto 1,24 %, abgerufen 22.10.2026
- Wikipedia: Baccara (Glücksspiel) – Punto Banco gegen die Spielbank, Kartenwerte, Auszahlungen 0,95 zu 1, 1 zu 1 und 8 zu 1, abgerufen 22.10.2026
- Wikipedia: Texas Hold’em – Taxe der Spielbank, üblicherweise 5 % des Pots, abgerufen 22.10.2026
- Wikipedia: Poker – Rake zwischen 4 und 20 % der Potgröße, abgerufen 22.10.2026